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The Open 2026: Jackson Suber trotzt bei seiner ersten Links-Erfahrung Royal Birkdale

Er hatte vor dieser Woche noch nie einen Fuß auf einen Links-Kurs gesetzt, noch nie in Großbritannien gespielt – und trotzdem mischt Jackson Suber bei der 154. Open Championship ganz vorne mit. Nach einer starken 65 zum Auftakt legte der junge Amerikaner auf dem knochenharten Royal Birkdale eine 69 nach und liegt bei gesamt −6 auf dem zweiten Platz, nur drei Schläge hinter dem Führenden Lucas Herbert. Kein schlechtes Major-Debüt für einen, der in den USA bislang kaum ein Begriff ist.

„Ich schlage ein 4-Eisen 280 Meter"

Das größte Umdenken verlangten Suber die Abschläge ab. Bei knochenharten, extrem schnellen Fairways rollt der Ball ewig – wer nicht aufpasst, landet in den gefürchteten Pot-Bunkern. „Ich wusste, dass der Ball dieselbe Größe haben würde, das ist ja schon mal schön", scherzte Suber. „Aber es ist einfach richtig fest. Es sind vor allem die Abschläge, die den großen Unterschied zu dem machen, was ich gewohnt bin. Zu wissen, dass ich ein 4-Eisen 280, 290 Yards schlage, und dann diesen Ausroll einzukalkulieren und aus den Pot-Bunkern zu bleiben – da liegt für mich die größte Herausforderung."

Ansonsten, so Suber, sei vieles vertraut: „Ziemlich ähnlich, nur eben extrem fest."

Vertrauen in den Caddie

Dass er diese Rechnung so schnell im Griff hatte, verdankt Suber vor allem seinem Caddie Greyson. „Greyson hat viel Arbeit reingesteckt. Er ist diese Woche viele Löcher abgelaufen, deutlich mehr als ich, und hat herausgefunden, wo ich den Ball ablegen muss, wo die Hänge sind und was stärker ausgetrocknet ist. Ich setze einfach viel Vertrauen in ihn."

Bei den Annäherungen denkt Suber vor allem in Ausroll-Metern: „Gegen den Wind ziele ich wirklich nur auf die Fahne, vielleicht fünf Meter kurz aufkommen lassen. Mit dem Wind muss man bei manchen Schlägen 10 bis 20 Meter kürzer landen." Und am Schluss-Loch, der 18, sei ein Bunker kaum zu vermeiden: „Man muss einfach einen guten Drive in die Mitte schlagen, sonst landest du drin."

Drei Bogeys – und Ruhe bewahrt

Ganz ohne Rückschläge lief es nicht: Drei Bogeys in Folge musste Suber verkraften. „Zwei davon waren Drei-Putts aus nur 6 oder 9 Metern, einfach viel zu fest gespielt", erklärte er. Statt zu hadern, blickte er kurz auf die Anzeigetafel. „Ich habe gesehen, dass da niemand alles kurz und klein spielt. Bei einem Major wird es irgendwann schwierig, egal wie gut du spielst. Man muss geduldig sein und darauf vertrauen, dass das gute Golf später kommt."

Die Nacht als Führender war kurz: „Ich habe gut geschlafen, aber nicht lange. Gegen 22, 22:30 Uhr ins Bett, um 4:40 Uhr wieder raus. Ich war ziemlich müde. Heute Nacht schlafe ich sicher gut – ich bin erschöpft."

Der Griff, über den ganz Golf-Amerika spricht

Für Gesprächsstoff sorgt auch Subers Griff: TV-Analyst Brandel Chamblee bezeichnete ihn als „einen der stärksten Griffe, die ich je im Profigolf gesehen habe". Suber nimmt es gelassen. „Das war eigentlich schon immer so. So hängen meine Hände einfach natürlich am Schläger. Ein paar Leute haben mir gesagt, ich soll ihn ändern – aber ich behalte ihn erst mal." Mehr Leute hätten ihm sogar geraten, ihn nicht zu schwächen.

Früher habe er den Ball stark von rechts nach links bewegt, inzwischen sei sein Schwungweg neutraler. „Bis etwa zu meinem zweiten, dritten College-Jahr habe ich den Ball viel von rechts nach links gespielt. Jetzt schlage ich eher einen Ball, der leicht nach links fällt." Geholfen habe ihm dabei sein Schwungtrainer Troy Denton: „Er hat mich an einen Punkt gebracht, an dem ich das Schlägerblatt kontrollieren kann und weiß, dass der Ball nicht zu weit nach links geht."

John Weatherington Suber III

Und dann ist da noch die Sache mit dem Namen. Auf die Nachfrage nach seinem vollen Namen konterte Suber schlagfertig: „Klingt, als wüsstest du ihn schon, wenn du mich das fragst … Willst du an meinen Account?" Nach dem Gelächter löste er auf: „Mein voller Name ist John Weatherington Suber III." Der Großvater sei John Weatherington Suber Sr., der Vater Jr. – genannt Jack. „Also bin ich Jackson, wenn das Sinn ergibt."

Aufgewachsen ist der gebürtige Tampa-Anhänger im Palma Ceia Golf Club – dort, wo auch Fred Ridley, der Chairman des Masters, Mitglied ist. „Ein großartiger Kerl." Heute lebt Suber in Jacksonville und spielt am TPC Sawgrass.

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