
26 Einladungen, 26 LIV-Spieler im Feld: Die Dunhill Links Championship erlebt einen LIV-Ansturm, während die Liga im Insolvenzverfahren steckt.
Ungewöhnlich viele Einladungen für LIV-Spieler
Die Alfred Dunhill Links Championship ist ohnehin eines der ungewöhnlichsten Turniere im Kalender der DP World Tour. 26 Startplätze wurden über die sogenannte Kategorie 5 vergeben, also per Einladung. Das ist ein Rekord. In einem normalen Feld mit 156 Spielern sind es üblicherweise rund fünf solcher Einladungen. Insgesamt stehen Stammspieler der Liga im Feld, darunter auch Spieler von der LIV-Reserveliste.
Bekannte Namen kehren zurück
Unter den LIV-Spielern sind einige prominente Namen. Tyrrell Hatton hat das Turnier bereits dreimal gewonnen. Außerdem spielen Cameron Smith, Bubba Watson, Lucas Herbert, Marc Leishman, Dean Burmester, Branden Grace, David Puig, Adrian Meronk und Charles Howell III mit.
Besonders auffällig ist die Rückkehr von Ian Poulter und Lee Westwood. Sie spielen zum ersten Mal seit mehr als drei Jahren wieder auf der DP World Tour.
Johann Rupert und die Hoffnung auf eine Einigung
Über die Einladungen der Kategorie 5 entscheidet das Komitee der Alfred Dunhill Links Championship, das vom Luxuskonzern Richemont geführt wird. Dessen Chef setzt sich öffentlich dafür ein, dass PGA Tour, PIF, LIV und DP World Tour wieder zusammenfinden. Golfmedien sehen darin den Grund dafür, dass das Komitee in diesem Jahr so viele Einladungen an LIV-Spieler vergeben hat.
LIV Golf im Insolvenzverfahren
Das Rekordaufgebot kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Am 8. September 2026 hat LIV Golf vor dem US-Insolvenzgericht im Bundesstaat New Jersey Gläubigerschutz nach Chapter 11 beantragt. Vorausgegangen war der Rückzug des saudi-arabischen Staatsfonds PIF, der die Liga nach der Saison 2026 nicht mehr finanziert. In seinem Antrag schätzt LIV das eigene Vermögen auf 100 bis 500 Millionen US-Dollar. Die Verbindlichkeiten liegen nach eigenen Angaben bei 500 Millionen bis einer Milliarde US-Dollar.
Der PIF stellt der Liga einen Überbrückungskredit zur Verfügung. Ein paralleles Verfahren läuft in England und Wales. Berichten zufolge soll die Londoner Beteiligungsgesellschaft BC Partners einen Neustart der Liga im Jahr 2027 finanzieren. Die Unterlagen zeigen auch, wie viel Geld offen ist: Jon Rahm steht als größter ungesicherter Gläubiger auf der Liste, vor Bryson DeChambeau. Die Liga schuldet beiden Millionenbeträge.
Startrechte und der Ryder Cup
Für viele LIV-Spieler geht es in Schottland um ihre Zukunft. Wer für Europa beim Ryder Cup spielen will, muss mindestens vier Turniere pro Jahr auf der DP World Tour bestreiten und Strafen für LIV-Events zahlen, die ohne Freigabe gespielt wurden. Jeder Start auf der DP World Tour zählt deshalb. Die Einladungen bei der Dunhill Links Championship helfen dabei mehreren Spielern direkt.
DP-World-Tour-Chef Guy Kinnings bleibt gelassen. Er glaubt nicht, dass ein Zusammenbruch von LIV seiner Tour schaden würde. Gleichzeitig berichtet er von einem deutlichen Anstieg der Anfragen von LIV-Spielern, die für 2027 einen Weg zurück auf die DP World Tour suchen.
Den aktuellen Stand finden Sie im Alfred Dunhill Links Championship leaderboard.
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